Hilden im Wandel

(Die Transition Initiative in Hilden)

Pyrolysekocher

Mit einem Pyrolysekocher wird getrocknetes Holz in Holzkohle verwandelt. Gleichzeitig kann man mit der entstehenden Hitze kochen. Benutzt man anschließend die Holzkohle um Terra Preta herzustellen, ist der Vorgang sogar CO2-negativ, es wird der Atmosphäre dadurch also für mehrere tausend Jahre CO2 entzogen.

Es gibt viele verschiedene Pyrolysekocher. Einige davon kann man fix und fertig kaufen. Es gibt aber auch Anleitungen im Netz, wie man sich Pyrolysekocher für wenig Geld selber bauen kann. Einer davon ist der El Carbonero von Thomas und Dirk, den wir hier genauer vorstellen wollen.

Funktionsweise

Schematische Zeichnung des El Carbonero Der El Carbonero ist nach dem Top-lit-up-draft-Bauprinzip (TLUD) gebaut. Er besteht aus einer Innendose und einer Außendose, die beide auf einem Kuchendraht stehen, damit von unten Luft eindringen kann. Die Außendose dient als Windschutz. Am oberen Ende der Außendose wird durch drei Winkel ein zweiter Kuchendraht gehalten, auf dem ein Topf platziert werden kann.

In der Innendose findet der eigentliche Pyrolysevorgang statt: Das schwelende Holz in der unteren Hälfte der Dose gibt bei hohen Temperaturen (ab 270°C) Pyrolysegas ab, welches in der oberen Hälfte nahezu rauchfrei verbrennt und dadurch gleichzeitig für die benötigten hohen Temperaturen sorgt. Im unteren Teil der inneren Dose findet ein Schwelbrand statt, der das Holz in Holzkohle verwandelt. Dieser Schwelbrand wandert von oben nach unten. Wenn er das untere Ende der Innendose erreicht hat, ist der Pyrolysevorgang abgeschlossen, das Pyrolysegas versiegt und die Kohle im unteren Bereich beginnt zu Asche zu verbrennen. (Letzteres möchte man nicht, deswegen löscht man die Kohlen, sobald die Gasverbrennung endet.)

Bauanleitung

Vorneweg: Auf der Webseite des El Carbonero findet sich eine ausgezeichnete Bauanleitung mit vielen Bildern. Hier ist diese nochmal mit eigenen Worten beschrieben.

Zuerst die Innendose: Man benötigt eine 4250ml-Weißblechdose, die man beim Italiener um die Ecke bekommen kann, den die bekommen in solchen Dosen ihre Tomaten geliefert. Einfach mal nachfragen. In den Boden müssen jetzt Löcher gepiekst werden. Etwa 50 Stück, mit etwa 2mm Radius, gut verteilt über den ganzen Boden. Im Zweifelsfalle lieber erst mal weniger Löcher machen; neue Löcher sind einfacher hinzuzufügen, als alte wegzunehmen.

Als nächstes benötigt die Dose noch Löcher am Rand, etwas über der Hälfte. Diese Löcher sollte man erst klein vorstechen und dann vergrößern. Am Besten ist es, wenn man diese Löcher nicht gerade bohrt, sondern schräg, alle in die gleiche Richtung.

Als Außendose nimmt man am Besten einen 12l-Weißblecheimer mit Henkel. Mit etwas Glück kann man den bei einem Bäcker oder beim Bauhof bekommen. Ansonsten kann man ihn sich aber auch im Internet kaufen. Von diesem trennt man den Boden ab. Dazu verwendet man am Besten einen sogenannten Sicherheitsdosenöffner. Zum einen geht es damit besser und zum anderen bleiben keine scharfen Kanten übrig. Dann schraubt man am oberen Ende drei Winkel im 120°-Abstand an. Dazu muss man Löcher in die Dose bohren (Stahbohrer, ggfs. mit einem kleineren Bohrer vorbohren).

Und das war's auch schon.

Bedienungsanleitung

Kuchendraht auf einen Steinboden (im Freien!) legen. Darauf die Innendose. Diese bis unter die seitlichen Löcher mit gut (= 1/2 Jahr) getrockneten Holzstücken füllen. Die Größe der Holzstücke entspricht der Größe der späteren Kohlenstücke. Für Terra Preta sollten diese eher etwas kleiner sein (aber auch nicht zu klein, sonst gibt es Probleme mit der Luftzirkulation); für Grillkohle eher etwas größer.

Auf das Holz muss nun irgendwas gepackt werden, mit dem man die 270°C erreichen kann. Das kann sein: Kerzenwachs, Pflanzenöl, Walnussschalen, harzige Holzsplitter oder Ähnliches. Darüber ein paar zerknüllte Zeitungen und diese dann anzünden, sobald diese brennen, sollte man darauf achten, dass die Luftlöcher frei bleiben. Dass die Pyrolyse begonnen hat, merkt man daran, dass es so aussieht, als ob Flammen aus den Luftlöchern kommen, die dann im Kreis herum wirbeln.

Die Außendose kann man drüberstülpen, sobald die Zeitung brennt. Wenn starker Wind ist, auch schon vorher, dann wird es nur etwas unhandlicher mit dem Anzünden. Sobald die Pyrolyse begonnen hat, kann man den zweiten Kuchendraht auf die Außendose legen und darauf den Topf stellen, in dem sich hoffentlich schon was befindet, was man kochen will. (Sollte man also vorher schon vorbereiten.)

Nach 20-60 Minuten (das hängt stark vom Holz und von den Löchern im Boden der Innendose ab), ist der Pyrolysevorgang beendet (und hoffentlich die Sachen im Kochtopf gar). Nun muss man schnell sein: Etwas Wasser auf die Kohlen gießen und dann am Besten den kompletten Inhalt auf ein Blech kippen und dort nochmal mit Wasser löschen, um ganz sicher zu sein, dass nichts mehr brennt.

Vier einfache Fragen und eine Aufforderung

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